Weitere Länder


Südafrika

Vor den 1990er Jahren wurde die südafrikanische Weinindustrie von der riesigen Genossenschaft, namens KWV dominiert, die über Regulierungsbefugnisse zur Bestimmung von Produktionsmengen und Preisen verfügte. Die Anpflanzung hochproduktiver Sorten wie Chenin Blanc, Colombard und Cinsaut war erforderlich, da der meiste Wein für die Brandy-Industrie bestimmt war und weniger als ein Drittel der Weintrauben als Wein auf den Markt kamen.

Bis 2017 hatte sich diese Situation geändert, da rund 85% der Keltertrauben als Wein auf den Markt kamen. Chenin Blanc ist nach wie vor die grösste, einzeln gepflanzte Sorte, aber insgesamt hat sich der Anteil der schwarzen Sorten, die seit Anfang der 1990er Jahre gepflanzt wurden, mehr als verdoppelt und machen jetzt 45% aller Anpflanzungen aus. Mit rund 130‘000 Hektaren unter Reben, weist Südafrika eine ansprechende Fläche aus und produziert gegen 12 Mio. Hektorliter.

China

China ist in letzter Zeit zu einem wichtigen Produzenten von Rotwein geworden, hauptsächlich für Cabernet Sauvignon (bei weitem die am häufigsten angebaute Rebsorte für Wein), Merlot und Carmenère (lokal bekannt als Cabernet Gernischt). Da die meisten Chinesen Wein von Natur gegeben als „ROT“ betrachten, haben die meisten chinesischen Weine auf allen Preisniveaus eine rote Farbe. Diese Rotweine sind in der Regel trocken, mit oder ohne neuen Holzeinfluss (abhängig vom Preis), obwohl einige halbtrockene und süsse Rotweine existieren. Es werden kleine Qualitätsweine von Rosé- und Weisswein hergestellt. Natürlich ist China ein grosses Land, dennoch erstaunt, dass bereits über 780‘000 Hektaren unter Reben stehen und sie damit rein flächenmässig nur knapp hinter Frankreich liegen und den dritten Platz einnehmen, jedoch entsteht auf der Fläche nur gut 8 Mio. Hektoliter Wein.

Griechenland

Der Wein, der in der Antike produziert wurde, war nicht so, wie wir ihn heute kennen. Eine Vielzahl von Substanzen, darunter Kräuter, Gewürze, Blumen, Honig und Öle, wurden hinzugefügt, um den Wein vor Oxidation zu schützen und Fehlaromen zu überdecken. Ein gängiger Zusatzstoff war Kiefernharz. Obwohl die Verwendung anderer Substanzen längst verschwunden ist, wird Kieferharz bis heute bei der Herstellung von Retsina verwendet. Während des grössten Teils des 20. Jahrhunderts galt Griechenland als Quelle für billigen, oft schlecht hergestellten Wein, insbesondere Retsina, der hauptsächlich von Genossenschaften und einer Handvoll grosser Unternehmen hergestellt wurde.

In den 1970er Jahren füllten einige kleinere Produzenten ihre Weine in Flaschen ab und verkauften sie sogar ausserhalb ihres lokalen Gebiets. In den 1980er Jahren stieg die Zahl kleiner, qualitätsbewusster Produzenten jedoch rapide an: Einige hatten zuvor für die grösseren Unternehmen gearbeitet, aber viele waren Personen, die vom Wachstum der griechischen Wirtschaft profitiert hatten und nun Wein herstellen wollten. Dies führte zur Schaffung einer modernen griechischen Weinkultur mit gut produzierten, hochwertigeren Weinen. Auf den Exportmärkten hatten diese Weine zunächst nur wenig Erfolg, aber das Ansehen nahm stetig zu. Die meisten griechischen Weine werden immer noch im Inland konsumiert.

Total stehen rund 110‘000 Hektaren unter Reben, wobei nur ein kleiner Teil für die Herstellung von Wein genutzt wird. Rund 50% der Rebfläche wird für die Produktion von Tafeltrauben und Rosinen genutzt. Aus ca. 10% der Rebfläche entstehen Qualitätsweine.

Die einheimischen Sorten sind dominant. Eine der ältesten Sorten der Welt, die Agiorgitiko, gilt gleichzeitig als eine der edelsten roten Rebsorten Griechenlands. Wichtig auf den griechischen Inseln, v.a. auf Kreta und Zypern ist die Rotweinrebe Mavro, aus der sortenreine, sehr kräftige Rotweine entstehen aber auch für Süssweine genutzt wird. Nur langsam fassen die internationalen roten Rebsorten wie Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah Fuss. Bei den weissen Reben dominieren auch die lokalen Grössen wie Aidani, Aspro, Assyrtiko, Athiri, Roditis und Savatiano. Daneben gewinnen die internationalen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc und Ugni Blanc an Bedeutung. Total sind je rund 40 verschiedene rote und weisse Sorten für den Qualitätsweinanbau in Griechenland zugelassen. Qualitätsbezeichnungen in Griechenland sind:

Epitrapezios Inos: entspricht dem Tafelwein / vin de table

Kava / Cava: Tafelweine, die länger gelagert wurden (Weissweine mind. 2 Jahre, davon mind. 6

Monate im Fass und in der Flasche; Rotweine mind. 3 Jahre, mind. 6 Monate im Holzfass aus neuer Eiche oder 1 Jahr im gebrauchten Holzfass, sowie 2 Jahre in der Flasche

Topikos Inos Landwein / vin de pays

OPAP Onomasia Proelefseos Anoteras Piotitos; entspricht dem französischen AOP bezw.

dem italienischen DOC

OPE Onomasia Proelefseos Eleghomeni; die höchste Klassifizierung, die Weine haben eine blaue Banderole, die über Korken und Kapsel geklebt ist.

Epilegmenos Reserve, für OPAP und OPE Weine, wenn sie mind. 2 Jahre (Weisswein) resp. 3 Jahre (Rotweine) gelagert wurden, bevor sie auf den Markt kommen

Idika Epilegmenos Grande Reserve – analog jedoch 3 Jahre für Weisswein und 4 Jahre für Rotwein

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